Erich Bauer
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- Kategorie: Biographien KSCV
- Veröffentlicht: Freitag, 03. September 2010 13:22
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Erich Bauer
Rhenania Tübingen EM, Lusatia Leipzig EM, Borussia Halle
* Delitzsch 24. 3. 1890
† Lemgo 24. 11. 1970
Sohn eines Mühlenbesitzers, studierte nach dem Abitur (Leipzig 1909) Rechtswissenschaften in Tübingen und Leipzig, Referendarexamen (1913). 1915 bis 1918 Kriegsdienst, zuletzt als Leutnant. 1920 Assessorexamen, Promotion zum Dr. jur., Amtsrichter in Halle, 1925 Amtsgerichtsrat in Querfurt, 1928/29 zeitweilig am Oberlandesgericht Naumburg. 1934 wurde B. Erbhofgerichtsrat am Landeserbhofgericht in Celle, 1944/45 am OLG Breslau. Nach Kriegsende war er eineinhalb Jahre interniert, wurde aber im August 1946 aus gesundheitlichen Gründen entlassen. 1948 schied er aus dem Staatsdienst aus.
Bauer war bei Rhenania Tübingen und Lusatia Leipzig aktiv.
Später erhielt er auch das Band der Borussia Halle. Verdienste erwarb er sich vor allem um die corpsstudentische Geschichtsforschung. Er verfasste schon zwischen den Weltkriegen erste historische Beiträge, darunter insbesondere die Geschichte seiner Corps in Leipzig und Tübingen, und machte sich für eine verstärkte Präsenz geschichtlicher Themen in der Deutschen Corpszeitung stark. 1948 wurde er Vorsitzender der Historischen Kommission des KSCV und gehörte damit auch der Gutachterkommission an. 1953 war er Mitherausgeber der 4. Auflage des Handbuchs des Kösener Corpsstudenten. 1954 gehörte er mit Robert Paschke zu den Initiatoren der Beiträge zur Deutschen Studentengeschichte in der Zeitschrift „Convent“, 1955 war er Mitgründer und seither Vorsitzender des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, 1956 bis 1968 Herausgeber des Jahrbuchs „Einst und Jetzt“. B. verfasste auch das heute noch neu aufgelegte „Schimmerbuch für junge Corpsstudenten“.
1965 wurde er als erster mit der Rudelsburg-Plakette des VAC ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Silberschale des VAC. Der Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung verlieh ihm 1968 die Ehrenmitgliedschaft.
Veröffentlichungen (in Auswahl): Aus dem Archiv des SC und des CC der Lusatia zu Leipzig, DCZ 47 (1930/31), S. 339-342; Geschichte des Corps Lusatia zu Leipzig, Leipzig 1932; Eine Aufgabe für die Historische Kommission, DCZ 49 (1932/33), S. 137-138; Aus den Anfängen des Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC), DCZ 50 (1933/34), S. 293-296; Die Tübinger Rhenanen, Zeulenroda 1936, 2. Aufl. o. O. 1956; Eine Rekonstitution des KSCV im Juni 1944, DCZ 2/1953, S. 7-10; Die Gründung eines Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, DCZ 56 (1955), S. 48f.; Eine Erinnerung an das Corps Marchia Halle, DCZ 56 (1955), S. 50f.; Etwas über den Biercomment, DCZ 57 (1956), S. 115f.; Die Kameradschaften im Bereich des Kösener SC in den Jahren 1937 bis 1945, EuJ 1 (1956), S. 5-40; 1848-1958. 110 Jahre Kösener Seniorenconventsverband, DCZ 69 (1958), S. 73-78; 70 Jahre Verband Alter Corpsstudenten, DCZ 59 (1958), S. 175-178; Was sind und wollen die Corps? Ein Entwurf allgemeiner Corpsprinzipien aus dem Jahre 1865, EuJ 4 (1959), S. 93ff.; Schimmerbuch für junge Corpsstudenten, o. O. 1952 (erste Auflage); Wann, wo und wie entstanden unsere Wappen? Eine Aufgabe für unsere gemeinschaftliche Geschichtsforschung, EuJ 7 (1962), S. 74-79; Das Corps Allemannia Tübingen (1825-1827), EuJ 14 (1969), S. 37; Die Geschichte des Corps Borussia zu Halle 1836-1861, 1971; Das Corps Vandalia zu Tübingen, EuJ 21 (1976), S. 195-198.
Literatur: Robert Paschke: In memoriam Dr. Erich Bauer, DCZ 72 (1971), S. 157f.; Friedhelm Golücke, Verfasserlexikon zur Studenten- und Universitätsgeschichte, Köln 2004, S. 26-28.
Hf.

ab 1913 Angestellter der Darmstädter Bank in Berlin. Referendariat, Promotion zum Dr. jur., 1914 Assessorexamen. Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger und Reserveoffizier. Ab1922 Mitglied der völkisch-antisemitischen Deutschsozialen Partei (DtSP), Gründer der Ortsgruppen in Wilmersdorf, Zehlendorf und Steglitz. Februar 1925 Gründung der Großdeutschen Volksgemeinschaft, die kurz darauf in der NSDAP aufging. März 1925 bis Juni 1926 Gauleiter der NSDAP im Gau Berlin-Brandenburg mit etwa 350 Mitgliedern. Als Vertrauter von Otto Strasser geriet er in die Auseinandersetzungen um den Kurs der Partei. Sch. wandte sich gegen eine Gründung der SA in Berlin, die er aber nicht verhindern konnte. Umstritten auch wegen seiner schwachen Führung, trat er im Juni 1926 als Gauleiter zurück, übersiedelte nach Potsdam und übernahm dort den Aufbau der NSDAP. 1932 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, Oktober 1932 Gauleiter der NSDAP für Brandenburg, bis zur Zusammenlegung mit dem Gau Ostmark zum Gau Kurmark. 1934 Präsident der Generaldirektion der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie, 1935 Präsident des Staatsanzeigers.