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Teutonia Gießen

Teutonia Gießen

Teutonia Gießen

Teutonia Gießen

Gestiftet am 1. Juni 1839 mit den Farben und der Constitution des 1834 suspendierten Corps Palatia, gilt Teutonia heute als älteste noch bestehende Studentenverbindung in Gießen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam ihr durch die Zugehörigkeit einerPaukerei Teutonia c/a Starkenburgia auf dem Schiffenberg, 1855/56 großen Zahl von Vertretern der hessischen höheren Beamtenschaft, insbesondere auch der Darmstädter Ministerialbürokratie eine große Bedeutung zu. Prägend war in der Zeit der sogenannten "Demagogenverfolgung" nach dem Hambacher Fest und dem Frankfurter Wachensturm die Auseinandersetzung mit den akademischen und staatlichen Behörden. Erst seit 1840 waren studentische Verbindungen offiziell geduldet. 1842 spalteten sich einige oberhessische Mitglieder ab und gründeten das Corps Marcomannia, das ein Jahr später mit Hassia vereinigt wurde. Zu neuen internen Differenzen kam es im Zuge der zunehmenden Politisierung des Vormärz. Das Corps forderte Reformen, wandte sich gegen die sogenannten "Kontahierkneipen" und setzte sich für eine grundlegende Revision des Comments und für die Bildung eines allgemeinen Studentenausschusses ein, der im Sommer 1848 auch zusammentrat. Teutonia gehört als Mitglied des Gießener SC seit seiner Gründung dem KSCV an.

Im Zusammenhang mit dem Bau eines eigenen Corpshauses konstituierte sich 1892 der "Verein alter Gießener Teutonen e. V." (VaGT). In den 1920er Jahren nahm Teutonia unter der völkisch-rechtkonservativen Studentenschaft Gießens eine führende Rolle ein, geriet aber nach dem Aufkommen des Nationalsozialismus zunehmend in Gegensatz zum NSDStB und zur NS-Studentenschaft in Gießen. Nach dem Ausschluss des KSCV aus der Gemeinschaft Studentischer Verbände suspendierte Teutonia am 12. Oktober 1935 den Aktivenbetrieb. Der durch den damaligen Vorsitzenden des Vereins Alter Gießener Teutonen, Otto Gennes, forcierte, späte Versuch, gemeinsam mit den Corps Starkenburgia und Hassia eine Kameradschaft zu formen (Kameradschaft VIII "Hilrich von Geöns"), hatte wegen des Kriegsausbruchs keinen nachhaltigen Erfolg mehr. Die Stellungnahme des Vorstandes gegenüber dem NS-Altherrenbund und die Kameradschaftsfrage verursachten hingegen eine tiefgreifende Spaltung der Altherrenschaft. 1943 wurde deshalb auch der Verein alter Gießener Teutonen aufgelöst.

Dennoch gelang nach dem Zweiten Weltkrieg eine vergleichsweise schnelle Wiedergründung und Zusammenführung der gegensätzlichen Gruppierungen. 1947 fand in Friedberg die erste größere Versammlung nach dem Zusammenbruch statt. Nachdem sowohl Verhandlungen mit Hassia und Starkenburgia über ein Gemeinschaftsprojekt als auch die avisierte Unterstützung der in Marburg neugegründeten studentischen Gemeinschaft "Die Dioskuren" durch Teutonia und das Corps Rhenania Straßburg zu Marburg gescheitert waren, erfolgte die selbständige Rekonstitution in Mainz und der Beitritt zum Mainzer SC. Erst im Wintersemester 1954/55 wurde das Corps nach Gießen zurückverlegt.

 

Forschungsstand

Die ältesten Aufzeichnungen zu den Anfängen des Corps veröffentlichte Ernst Kornemann, später Ordinarius für Alte Geschichte in Breslau, 1889 aus Anlass des fünfzigsten Stiftungsfests. Nur ein Jahr später folgte Ernst Klein mit einer eigenen Veröffentlichung. Kornemanns Beitrag wurde in einer überarbeiteten Fassung 1914 erneut publiziert (Geschichte des Corps Teutonia zu Gießen. Gründungszeit bis 1850, Gießen 1914), gedacht als erster Teil einer Gesamtcorpsgeschichte, die aber nicht mehr realisiert wurde. In den 1930er Jahre beauftragte der VaGT den Publizisten Georg Fritz mit der Neuherausgabe einer Corpsgeschichte. Seine tendenziöse, weitgehend im Sinne der NS-Machthaber ausgerichtete Chronik "Corps Teutonia zu Gießen 1839-1935" (Gießen 1939) vereinte die Vorarbeiten von Kornemann mit Abschnitten anderer Verfasser und erschien zum 100. Stiftungsfest. Eine Neubearbeitung wurde sofort nach der Restitution des VAGT beschlossen, seither aber nicht realisiert. Zur Baugeschichte der Corpshäuser erschien: Florian Hoffmann, Die Corpshäuser der Teutonia Gießen, Gießen 2007.

Ein "Verzeichniss der Mitglieder des Corps Teutonia zu Giessen" wurde erstmals 1880 veröffentlicht. 1914 erschien eine "Corps-Tafel des Corps Teutonia Gießen". Eine erweiterte Fassung legte Josef Kremer 1929 vor (Corps-Liste der Teutonia zu Giessen, Gießen 1929), die überarbeitet auch in die Fritz´sche Corpschronik übernommen wurde (1939). 1999 erschien die letzte Fassung als "Corpstafel des Corps Teutonia Gießen 1839-1999" (bearb. von Hansheinrich Friedländer, Gießen 1999).

 

Archivbestand

Die Archivbestände der Teutonia, die nach dem Verkauf des Corpshauses 1943 in Räumen des Gießener Gesellschaftsvereins (Club) ausgelagert waren, wurden im Dezember 1944 bei einem Bombenbangriff weitgehend vernichtet. Erhalten sind aus der Vorkriegszeit vor allem Drucksachen, Handakten des VaGT-Vorstandes und ein umfangreiches Bildarchiv.

Das Archiv ist unverzeichnet. Anfragen bitte an den CC der Teutonia. Wegen Umbauarbeiten stehen die Bestände derzeit nur eingeschränkt zur Verfügung.

 

Kontakt

Corps Teutonia Gießen
Hessenstraße 3
35394 Gießen

Webseite: www.teutonia-giessen.de
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Wikipedia: Corps Teutonia Gießen